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Kupplungsarten im Vergleich: Membrankupplung, Balgkupplung und Klauenkupplung
Kupplungen sind zentrale Verbindungselemente im Maschinen- und Anlagenbau. Sie übertragen Drehmoment von einer Welle auf eine andere und sorgen gleichzeitig dafür, dass Fluchtungsfehler, Vibrationen oder Schwingungen ausgeglichen werden. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Kupplungsarten zum Einsatz – von spielfreien Präzisionskupplungen bis hin zu dämpfenden Elastomerkupplungen. In diesem Ratgeber erklären wir die wichtigsten Kupplungstypen, ihre Eigenschaften und zeigen, welche Lösung sich für welchen Einsatzzweck am besten eignet.
Was ist die Aufgabe einer Kupplung?
Eine Kupplung verbindet zwei Wellen – beispielsweise Motor und Getriebe – miteinander und überträgt das Drehmoment zuverlässig von der Antriebs- auf die Abtriebsseite. Gleichzeitig gleicht sie Fluchtungsfehler aus, reduziert Schwingungen und schützt angrenzende Komponenten vor Belastungsspitzen.
Typische Funktionen von Kupplungen:
- Drehmomentübertragung zwischen zwei Wellen.
- Ausgleich von radialem, axialem und winkligem Versatz (Offset).
- Schwingungs- und Stoßdämpfung zum Schutz von Motor und Lagerung.
- Spielfreie Kraftübertragung ohne Umkehrspiel für präzise Positionierung.
- Reduzierung von Verschleiß und Erhöhung der Lebensdauer des Antriebsstrangs.
1. Klauenkupplung (Elastomerkupplung)
Die Klauenkupplung besteht aus zwei Metallnaben und einem elastischen Zahnkranz. Das Elastomer wirkt stoß- und schwingungsdämpfend und macht diesen Kupplungstyp besonders robust und vielseitig.
Vorteile von Klauenkupplungen:
- Sehr gute Schwingungs- und Stoßdämpfung.
- Ausgleich von Fluchtungsfehlstellungen.
- Einfache Montage und wartungsarm.
- Kostengünstige und robuste Lösung.
Nachteile von Klauenkupplungen:
- Nicht vollständig spielfrei durch elastisches Element.
- Begrenzte Präzision bei Positionieraufgaben.
- Elastomer unterliegt Verschleiß und Alterung.
Anwendungsbereiche:
- Allgemeiner Maschinenbau.
- Pumpen, Fördertechnik, Lüfter.
- Anwendungen mit Stoßbelastungen.
2. Balgkupplung
Balgkupplungen übertragen das Drehmoment über einen dünnwandigen Metallbalg. Sie sind torsionssteif, spielfrei und ermöglichen eine sehr präzise Kraftübertragung bei gleichzeitigem Ausgleich von Wellenversatz.
Vorteile von Balgkupplungen:
- Spielfreie und torsionssteife Kraftübertragung.
- Sehr hohe Positioniergenauigkeit.
- Guter Ausgleich von axialem, radialem und winkligem Versatz.
- Wartungsfrei und langlebig.
Nachteile von Balgkupplungen:
- Geringe Schwingungsdämpfung.
- Empfindlicher gegenüber starken Stößen.
- Höhere Anschaffungskosten.
Anwendungsbereiche:
- Servoantriebe und Automatisierung.
- CNC-Maschinen und Positioniersysteme.
- Mess- und Regeltechnik.
3. Membrankupplung (Scheibenkupplung)
Die Membrankupplung gilt als besonders präzise und leistungsfähige Lösung. Dünne Edelstahlscheiben übertragen das Drehmoment absolut spielfrei und gleichen gleichzeitig Versätze flexibel aus. Sie verbindet höchste Genauigkeit mit hoher Belastbarkeit und ist damit ideal für anspruchsvolle Anwendungen.
Vorteile von Membrankupplungen:
- Absolut spielfrei – kein Umkehrspiel.
- Sehr hohe Torsionssteifigkeit und präzise Positionierung.
- Ausgleich von radialem, axialem und winkligem Versatz.
- Wartungsfrei und verschleißarm ohne Elastomere.
- Hohe Drehzahlen und Drehmomente möglich.
- Lange Lebensdauer auch bei dynamischen Belastungen.
Nachteile von Membrankupplungen:
- Geringere Schwingungsdämpfung als Elastomerkupplungen.
- Höhere Anschaffungskosten.
Anwendungsbereiche:
- Servoantriebe und Präzisionsmaschinen.
- Automatisierungs- und Verpackungstechnik.
- Robotik, Prüfstände und Hochgeschwindigkeitsanwendungen.
Fazit
Während Klauenkupplungen robust und dämpfend für Standardanwendungen sind, bieten Balgkupplungen eine hohe Präzision für dynamische Systeme. Wenn jedoch maximale Genauigkeit, absolute Spielfreiheit und eine hohe Lebensdauer gefragt sind, ist die Membrankupplung die erste Wahl.