Alles über Unterlegscheiben: Wann sie benötigt werden und ihre Bedeutung
Stand: · Autor: Tobias Meisch
Kleine Teile mit großer Wirkung
Unterlegscheiben sind kleine, aber wichtige Bauteile jeder Verschraubung. Sie verteilen die Last, schützen die Oberfläche und helfen, dass eine Verbindung ihre Vorspannung behält. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wann Sie Unterlegscheiben brauchen, was sie bewirken und welche Arten es gibt.
Was eine Unterlegscheibe leistet
- Lastverteilung: Die Scheibe verteilt die Kraft von Schraubenkopf oder Mutter auf eine größere Fläche. Das schont weiche Werkstoffe wie Aluminium, Kunststoff oder Holz.
- Weniger Setzen: Auf einer größeren Auflagefläche drückt sich der Kopf weniger in das Bauteil ein. So geht weniger Vorspannkraft verloren, und die Verbindung bleibt länger fest.
- Schutz der Oberfläche: Beim Anziehen dreht sich der Kopf auf der Scheibe statt auf dem Bauteil. Lackierte oder eloxierte Flächen bleiben unversehrt.
- Überbrückung: Über Langlöchern und großen Bohrungen gibt die Scheibe dem Kopf eine sichere Auflage.
Wann Sie eine Unterlegscheibe brauchen
- Bei weichen Werkstoffen wie Aluminium, Kunststoff oder Holz
- Bei Langlöchern oder Bohrungen, die größer als der Schraubenkopf sind
- Bei empfindlichen Oberflächen, die beim Anziehen nicht verkratzen sollen
- Wenn eine Mutter auf einem weichen Bauteil angezogen wird
Bei Schrauben mit angeformtem Flansch, etwa der ISO 7380-2, kann die Scheibe oft entfallen, weil der Bund diese Aufgabe übernimmt. Mehr dazu im Ratgeber ISO 7380-2 und DIN 912.
Arten von Unterlegscheiben
Flache Scheiben nach ISO 7089 (früher DIN 125)
Die gängigste Unterlegscheibe: rund, flach und mit einem Außendurchmesser, der zum Schraubenkopf passt. Die ISO 7090 ist dieselbe Scheibe mit einer Fase am Außenrand.
Große Scheiben nach ISO 7093 (früher DIN 9021)
Der Außendurchmesser ist etwa dreimal so groß wie der Gewindedurchmesser. Diese Scheiben sind die richtige Wahl für weiche Werkstoffe und Langlöcher.
Spannscheiben nach DIN 6796
Kegelig geformte Scheiben aus Federstahl. Sie gleichen kleine Setzbeträge aus und helfen so, die Vorspannkraft zu erhalten, etwa bei weichen oder mehrteiligen Bauteilen.
Federringe, Zahn- und Fächerscheiben
Federringe (früher DIN 127), Zahnscheiben (früher DIN 6797) und Fächerscheiben (früher DIN 6798) sind noch weit verbreitet. Ihre Normen wurden jedoch zurückgezogen, weil sie eine Schraube nicht zuverlässig gegen Losdrehen sichern, besonders bei hochfesten Schrauben. Wichtiger als eine Sicherungsscheibe ist eine ausreichend hohe Vorspannkraft.
Normen im Überblick
| Norm | Art | Frühere Bezeichnung |
|---|---|---|
| ISO 7089 | flache Scheibe | DIN 125 Form A |
| ISO 7090 | flache Scheibe mit Fase | DIN 125 Form B |
| ISO 7093 | große Scheibe | DIN 9021 |
| DIN 6796 | Spannscheibe | – |
Fazit
Unterlegscheiben verteilen die Last, schützen die Oberfläche und helfen, dass eine Verschraubung ihre Vorspannung behält. Für die meisten Verbindungen genügt eine flache Scheibe nach ISO 7089, bei weichen Werkstoffen und Langlöchern ist die große Scheibe nach ISO 7093 die bessere Wahl. Flache Unterlegscheiben nach DIN 125 finden Sie bei uns in Edelstahl V2A.
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