KF-Vakuumtechnik: Aufbau, Komponenten und Einsatzbereiche von Kleinflanschsystemen
Stand: · Autor: Tobias Meisch
Was sind KF-Verbindungen?
KF-Verbindungen – auch Kleinflanschsysteme genannt – sind ein bewährter Standard in der Vakuumtechnik. Mit ihnen bauen Sie Rohrleitungen, Pumpenanschlüsse und ganze Vakuumanlagen schnell, flexibel und vakuumdicht auf. Dank des modularen Prinzips lassen sich Systeme einfach montieren, erweitern oder warten. Deshalb sind sie in Labor, Forschung und Industrie weit verbreitet.
So funktioniert eine KF-Verbindung
Zwei genormte Flansche werden über einen Zentrierring ausgerichtet, auf dem ein O-Ring sitzt, und anschließend mit einer Spannklemme zusammengezogen. Durch den gleichmäßigen Anpressdruck entsteht eine zuverlässige, wieder lösbare Vakuumverbindung – ganz ohne aufwendige Verschraubungen oder Spezialwerkzeug.
Bitte beachten Sie: Zentrierring und Dichtungsring sind bei uns zwei getrennte Artikel. Der Zentrierring wird ohne O-Ring geliefert, den passenden Dichtungsring wählen Sie je nach Werkstoff dazu.
Typische Vorteile von KF-Verbindungen:
- Schnelle Montage und Demontage ohne Werkzeug.
- Dicht im Grob- und Feinvakuum, mit Elastomerdichtung als Richtwert auch bis in den Hochvakuumbereich.
- Modularer Aufbau für flexible Anlagenkonzepte.
- Wartungsfreundlich und wiederverwendbar.
- Kompakte Bauform und genormte Größen (KF16, KF25, KF40).
Klemmen und Zentrierringe
Für die sichere Verbindung zweier Flansche sorgen Spannklemmen und Zentrierringe. Die Klemme erzeugt den nötigen Anpressdruck, der Zentrierring richtet die Flansche exakt aus und hält den O-Ring in Position. So werden die Kontaktflächen gleichmäßig und zuverlässig abgedichtet.
- Verbindungen lassen sich schnell öffnen und schließen.
- Die Kraft verteilt sich gleichmäßig über den Umfang.
- Ideal für Anlagen, die häufig umgebaut oder gewartet werden.
Dichtungen und Werkstoffe
Der richtige Dichtungswerkstoff entscheidet darüber, wie gut die Verbindung Temperatur, Medien und Chemikalien standhält. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Elastomere zum Einsatz:
- EPDM: sehr gut geeignet für Wasser, Dampf und Witterungseinflüsse.
- NBR: bewährt bei öl- und fetthaltigen Medien.
- FKM: hohe chemische und thermische Beständigkeit für anspruchsvolle Prozesse.
Mit der passenden Materialwahl hält die Dichtung länger und die Verbindung bleibt dauerhaft dicht.
Rohre, Formteile und flexible Verbindungen
Vakuumleitungen bestehen aus geraden Rohrstücken, Formteilen wie T-Stücken, Kreuzen oder Reduzierungen sowie flexiblen Elementen. Starre Edelstahlrohre bieten Stabilität und geringe Ausgasung, flexible Wellschläuche gleichen Bewegungen, Schwingungen und Montagetoleranzen aus.
- Leitungen lassen sich individuell führen.
- Reduzierungen verbinden unterschiedliche Anschlussgrößen.
- Wellschläuche dämpfen Schwingungen und entlasten Pumpen und Geräte.
- Bestehende Systeme lassen sich einfach erweitern oder umbauen.
Anschlüsse verschließen
Nicht benötigte Flanschöffnungen verschließen Sie mit einem Blindflansch. So bleibt das System dicht, und einzelne Bereiche lassen sich vorübergehend abtrennen. Das erleichtert Wartung, Prüfungen und spätere Erweiterungen.
- Freie Anschlüsse werden sicher abgedichtet.
- Die Anlage lässt sich flexibel an neue Anforderungen anpassen.
- Mehr Sicherheit und Kontrolle im Betrieb.
Fazit
Mit KF-Kleinflanschsystemen bauen Sie Vakuumanlagen schnell, modular und zuverlässig auf. Aus Klemmen, Zentrierringen, passenden Dichtungen sowie starren und flexiblen Leitungen stellen Sie Ihr System so zusammen, wie es Ihre Anwendung verlangt.
Für eine Verbindung brauchen Sie drei Teile: eine Klemme wie die Aluminium-Vakuumklemme KF25, einen Zentrierring KF25 und den passenden Dichtungsring, etwa FKM KF25. Flexible Strecken überbrücken Sie mit einem Wellschlauch KF25, freie Anschlüsse schließen Sie mit einem Blindflansch KF25.
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