Nutensteine
Nutensteine sind unverzichtbare Verbindungselemente im modernen Profilbau und ermöglichen die flexible Befestigung von Bauteilen, Winkeln, Halterungen und Zubehör in den T-Nuten von Aluminiumprofilen. Sie bilden das Gegenstück zur Schraube und werden in die Profilnut eingeschoben, wo sie sich beim Anziehen der Schraube verkanten und so einen festen Halt erzeugen.
In unserem Sortiment finden Sie Nutensteine in verschiedenen Ausführungen für alle gängigen Nutgrößen. Ob klassischer Nutenstein mit Federsteg, selbstzentrierende Varianten mit Kugelzentrierung oder schwere Nutensteine für hohe Belastungen – hier erhalten Sie die passende Lösung für Ihren Gehäuse- und Maschinenbau. Alle Nutensteine sind wahlweise in verzinkter Ausführung oder aus rostfreiem Edelstahl erhältlich.
Nutensteine eignen sich ideal für den nachträglichen Einbau in bereits montierte Profile, ohne dass diese zerlegt werden müssen. Dies spart Zeit bei der Montage und erlaubt eine flexible Anpassung Ihrer Konstruktion auch im späteren Projektverlauf.
Die verschiedenen Nutenstein-Typen im Überblick
Nutenstein mit Feder: Diese Standardausführung besitzt einen federnden Steg auf der Oberseite, der den Stein in der Nut fixiert und ein Verrutschen vor dem Anziehen der Schraube verhindert. Der Federsteg drückt gegen die Nutwand und hält den Nutenstein in Position, bis die Schraube angezogen wird. Ideal für die schnelle Montage bei Überkopfarbeiten oder vertikalen Profilen.
Nutenstein mit Zentrierung (Kugelzentrierung): Diese Variante enthält eine federbelastete Kugel, die den Nutenstein beim Einsetzen automatisch an die Nutwand presst. Die Kugel zentriert den Stein exakt in der Nut und verhindert ein Verkippen während der Montage. Besonders geeignet für präzise Positionierung und bei schwer zugänglichen Montagestellen.
Hammermutter (Hammerkopfmutter): Die Hammermutter zeichnet sich durch ihre charakteristische T-Form aus. Sie wird seitlich in die Nut eingeführt und dann um 90 Grad gedreht, sodass sie sich hinter dem Nutsteg verklemmt. Hammermuttern lassen sich auch bei geschlossenen Profilen nachträglich einsetzen, indem sie durch die Nutöffnung eingeschoben werden. Sie bieten hohe Haltekräfte und sind besonders beliebt im Maschinenbau.
Schwerer Nutenstein: Für Anwendungen mit hohen mechanischen Belastungen empfehlen sich schwere Nutensteine. Diese massiveren Ausführungen bieten eine größere Auflagefläche und höhere Gewindegänge, was die maximale Haltekraft deutlich erhöht. Sie eignen sich für tragende Verbindungen, schwere Anbauteile oder Konstruktionen mit Vibrations- und Stoßbelastung.
Verzinkt oder Edelstahl – Materialwahl für Nutensteine
Bei der Wahl des richtigen Materials für Ihre Nutensteine spielen Einsatzumgebung und Belastung eine entscheidende Rolle.
Verzinkte Nutensteine – Vorteile:
- Kostengünstiger als Edelstahl
- Guter Korrosionsschutz für Innenanwendungen und trockene Umgebungen
- Hohe mechanische Festigkeit durch Stahlkern
- Bewährter Standard im Maschinenbau
Verzinkte Nutensteine – Nachteile:
- Nicht geeignet für Außenanwendungen oder feuchte Umgebungen
- Zinkschicht kann bei mechanischer Beanspruchung beschädigt werden
- Bei Kontaktkorrosion mit anderen Metallen können Probleme auftreten
Edelstahl-Nutensteine – Vorteile:
- Ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit auch bei Feuchtigkeit und Chemikalien
- Ideal für Lebensmittelindustrie, Außenanwendungen und Reinräume
- Keine Beschichtung, die abplatzen kann
- Langlebig und wartungsarm
Edelstahl-Nutensteine – Nachteile:
- Höherer Anschaffungspreis
- Geringere Festigkeit als gehärteter Stahl bei gleicher Größe
- Kann bei Kontakt mit Aluminium unter bestimmten Bedingungen zu Kontaktkorrosion führen – hier empfiehlt sich eine Isolierung
Tipps für die Montage
Achten Sie beim Kauf von Nutensteinen stets auf die passende Nutgröße Ihrer Aluminiumprofile. Die gängigsten Größen sind Nut 5, Nut 6, Nut 8 und Nut 10. Verwenden Sie immer das zur Nutgröße passende Schraubengewinde für optimale Haltekraft. Bei hohen Belastungen empfehlen wir den Einsatz mehrerer Nutensteine oder den Wechsel auf schwere Ausführungen.
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich die richtige Nutgröße für meine Aluminiumprofile? Die Nutgröße ist in der Regel im Profilnamen oder der Profilbezeichnung enthalten. Alternativ können Sie die Nutbreite mit einem Messschieber ausmessen. Gängige Nutbreiten sind 5 mm, 6 mm, 8 mm und 10 mm.
Kann ich Nutensteine nachträglich in bereits montierte Profile einsetzen? Ja, die meisten Nutensteine sind speziell für den nachträglichen Einbau konzipiert. Hammermuttern werden seitlich eingeführt und gedreht, Nutensteine mit Feder oder Kugelzentrierung lassen sich ebenfalls in die offene Nut einschieben.
Welches Drehmoment sollte beim Anziehen verwendet werden? Das empfohlene Drehmoment hängt von der Nutgröße und dem Schraubengewinde ab. Als Richtwert gelten bei M4-Schrauben etwa 2–3 Nm, bei M5-Schrauben etwa 4–5 Nm und bei M6-Schrauben etwa 8–10 Nm. Übermäßiges Anziehen kann das Gewinde beschädigen oder das Aluminiumprofil verformen.
Wann sollte ich Edelstahl-Nutensteine verwenden? Edelstahl empfiehlt sich bei Außenanwendungen, in feuchten oder korrosiven Umgebungen, in der Lebensmittelindustrie oder wenn hygienische Anforderungen bestehen. Für trockene Innenräume sind verzinkte Nutensteine meist ausreichend.
Was ist der Unterschied zwischen Nutenstein und Hammermutter? Nutensteine werden längs in die Nut eingeschoben und verkanten sich beim Anziehen. Hammermuttern werden seitlich eingeführt und um 90 Grad gedreht, sodass der breite Kopf hinter dem Nutsteg greift. Beide erfüllen denselben Zweck, unterscheiden sich aber in der Montageweise.
Wie viele Nutensteine benötige ich pro Verbindung? Für Standardverbindungen genügt meist ein Nutenstein. Bei höheren Belastungen, Vibrationen oder tragenden Verbindungen empfehlen wir zwei oder mehr Nutensteine pro Befestigungspunkt oder den Einsatz schwerer Nutensteine.