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Aluminiumprofil I-Typ 30er Raster 100 mm - 30x60 Nut 8 silber

Produktinformationen "Aluminiumprofil I-Typ 30er Raster 100 mm - 30x60 Nut 8 silber"

Produktübersicht

Die Aluminiumprofile des I-Typs im 30er Raster mit Nut 8 bilden ein modulares Konstruktionssystem für den Aufbau von Rahmen, Gestellen, Vorrichtungen und Gehäusen. Das Rastermaß von 30 mm legt die Anordnung der Nuten und die Lage der zentralen Kernlochbohrung fest, sodass sich alle Profile der Baureihe untereinander und mit dem passenden Systemzubehör kombinieren lassen.

Das 30er Raster ist die kompaktere Ausführung innerhalb der Nut-8-Baureihen des I-Typs. Es kommt überall dort zum Einsatz, wo eine tragfähige Struktur gefordert ist, das größere 40er Raster aber überdimensioniert wäre oder zu viel Bauraum beansprucht. Die Profile werden im Strangpressverfahren gefertigt und stehen in natureloxierter sowie schwarz eloxierter Ausführung zur Verfügung.

Als Hersteller der Baureihe fungiert die BM-Profile GbR mit Sitz in Essingen (Baden-Württemberg), die neben dem Profilsortiment auch technische Ratgeber sowie Auslegungswerkzeuge wie einen Balkenrechner bereitstellt.

Konstruktionsmerkmale und Funktionsweise

Nutgeometrie des I-Typs

Kennzeichnend für den I-Typ ist die schmale Nutöffnung mit ausgeprägter Hinterschneidung. Nutensteine werden von der Stirnseite eingeschoben und stützen sich beim Anziehen der Schraube formschlüssig an den Hinterschnittflanken ab. Die Kraft wird dadurch flächig in das Profil eingeleitet, woraus sich eine hohe Belastbarkeit der Verbindung ergibt.

Gegenüber Profiltypen mit breiter Nutöffnung bleibt zudem mehr Material im Querschnitt erhalten. Das wirkt sich unmittelbar auf die Flächenträgheitsmomente und damit auf die Steifigkeit des Profils aus – ein Aspekt, der bei kompakten Querschnitten besonders ins Gewicht fällt.

Zentrierhilfen in der Nut

In der Nut sind kleine Einkerbungen ausgeführt, die das Zentrieren von Nutensteinen mit Druckkugel erleichtern. Der Nutenstein rastet spürbar ein und bleibt bis zum Verschrauben in Position, was die einhändige Montage vereinfacht.

Kernlochbohrung und Innenkanäle

Die zentrale Bohrung ist als Kernloch mit 6,8 mm ausgeführt und für ein direkt eingeschnittenes M8-Gewinde in der Stirnfläche vorbereitet. Profile lassen sich damit stirnseitig ohne zusätzliche Verbinder verschrauben.

Die rechteckigen Querschnitte der Baureihe verfügen zusätzlich über einen ausgeprägten Hohlraum im Inneren, ohne dass dies zulasten der Stabilität geht. Dieser Kanal lässt sich funktional nutzen:

  • Führung von Kabeln und Leitungen im Profilinneren
  • Übertragung von Druckluft innerhalb der Konstruktion
  • Befüllen mit Sand oder Mineralguss zur Dämpfung von Schwingungen

Konstruktive Auslegung

Die Querschnitte sind bewusst auf geringes Gewicht ausgelegt. Trotz des zurückhaltenden Materialeinsatzes bleibt das Profil durch eine Wandstärke von 2 mm stabil; Bereiche, die keinen nennenswerten Beitrag zur Steifigkeit leisten, wurden materialsparend ausgeführt. Das Ergebnis sind Profile mit niedriger Masse je Meter bei praxisgerechten Widerstands- und Flächenträgheitsmomenten.

Material und Oberflächenbehandlung

Werkstoff

Als Werkstoff kommt die Aluminiumlegierung Al 6063 (AlMgSi) zum Einsatz. Sie ist für das Strangpressen von Konstruktionsprofilen etabliert, lässt sich sauber zu scharf ausgeprägten Nutkonturen verpressen und bietet ein ausgewogenes Verhältnis aus Festigkeit, Zerspanbarkeit und Korrosionsbeständigkeit. Der Elastizitätsmodul liegt mit rund 70.000 N/mm² etwa bei einem Drittel des Werts von Stahl, was bei Durchbiegungsberechnungen zu berücksichtigen ist.

Eloxalschicht

Sämtliche Außenflächen sind standardmäßig eloxiert. Die Schichtdicke beträgt etwa 15 µm nach E6/EV1. Die Oxidschicht wird elektrochemisch aus dem Grundwerkstoff heraus gebildet und ist fest mit diesem verwachsen. Sie kann daher nicht abplatzen oder sich ablösen, wie es bei aufgetragenen Lack- oder Pulverschichten möglich ist.

Daraus ergeben sich mehrere praktische Eigenschaften:

  • hohe Kratz- und Verschleißfestigkeit der Sichtflächen
  • zuverlässiger Korrosionsschutz, auch bei wechselnden Umgebungsbedingungen
  • Farbstabilität unter UV-Einwirkung, da Farbstoffe in den Poren eingelagert und anschließend verdichtet werden
  • elektrisch isolierende Oberfläche – für Masseanbindungen ist die Schicht an der Kontaktstelle zu entfernen

Die Stirnflächen bleiben schnittbedingt unbehandelt, ebenso alle nachträglich bearbeiteten Stellen wie Bohrungen oder Fräsungen. Dort bildet sich die natürliche, dünne Oxidschicht des Aluminiums; in kritischen Umgebungen kann ein zusätzlicher Schutz sinnvoll sein.

Anwendungsbereiche

Aufgrund des Verhältnisses von Gewicht zu Stabilität kommt das Profilsystem bevorzugt im 3D-Druck-Bereich sowie im Fahrzeugbau zum Einsatz, etwa beim Ausbau von Campern. Darüber hinaus eignet es sich für Konstruktionen mit moderaten Lasten, bei denen kompakte Abmessungen und geringes Gewicht im Vordergrund stehen:

  • 3D-Druck und Gerätebau: Druckerrahmen, Portalstrukturen, Aufnahmen für Achsen und Antriebe
  • Fahrzeug- und Camperausbau: Möbelrahmen, Bettkonstruktionen, Schrank- und Schubladensysteme, Halterungen im Innenausbau
  • Vorrichtungs- und Prüfstandsbau: Montagevorrichtungen, Mess- und Prüfaufbauten, Werkstückaufnahmen
  • Gehäuse- und Verkleidungsbau: Rahmen für Platten-, Blech- und Kunststoffeinsätze, Türen, Klappen und Abdeckungen
  • Automatisierung und Handhabung: Halterungen für Sensorik, Kameras, Beleuchtung und Bedienelemente
  • Labor- und Betriebseinrichtungen: Tischgestelle, Rollwagen, Regale, Ablagesysteme
  • Ergänzung größerer Systeme: Anbauten, Zwischenrahmen und Nebenstrukturen an Maschinen, die im 40er Raster aufgebaut sind

Durch die eloxierte Oberfläche ist auch der Einsatz in feuchten Umgebungen oder im geschützten Außenbereich möglich. Bei tragenden Strukturen mit größeren Stützweiten oder hohen Lasten ist ein Nachweis der Durchbiegung sinnvoll; gegebenenfalls ist ein größeres Raster die passendere Wahl.

Technische Vorteile

  • Kompakte Bauweise: Das feinere Raster erlaubt Konstruktionen mit geringerem Bauraumbedarf und niedrigerem Eigengewicht.
  • Hohe Verbindungsfestigkeit: Die Hinterschneidung des I-Typs verteilt die Klemmkräfte gleichmäßig auf die Nutflanken.
  • Feine Rasterung: Der geringere Nutabstand ermöglicht eine dichtere Anordnung von Anbauteilen und Befestigungspunkten.
  • Berechenbare Konstruktion: Für jede Variante sind Flächenträgheitsmomente, Widerstandsmomente, Querschnittsfläche und Metergewicht dokumentiert, sodass Durchbiegung und Tragfähigkeit rechnerisch nachgewiesen werden können.
  • Nachträgliche Änderbarkeit: Die Struktur bleibt lösbar verschraubt und kann umgebaut, erweitert oder zurückgebaut werden.
  • Verzugsfreier Aufbau: Da nicht geschweißt wird, entfallen Wärmeeinbringung und thermischer Verzug.
  • Recyclingfähigkeit: Aluminium ist auch mit Eloxalschicht nahezu vollständig wiederverwertbar.

Kompatibilität

Systemzubehör

Die Profile arbeiten mit dem gängigen Zubehör für Nut 8 im I-Typ zusammen. Dazu zählen unter anderem:

  • Nutensteine in Einschub- und Einschwenkausführung, mit und ohne Druckkugel
  • Winkel- und Eckverbinder für Rahmenecken und T-Stöße
  • Automatik- und Zentralverbinder für stirnseitige Verbindungen
  • Abdeckkappen, Nutabdeckprofile und Dichtprofile
  • Scharniere, Griffe, Verschlüsse, Gelenke und Stellfüße
  • Rollenelemente sowie Platten- und Scheibenhalter

Zu beachten ist, dass rasterabhängige Bauteile – etwa Abdeckkappen, Winkel und Verbinderplatten – auf die jeweilige Profilkontur abgestimmt sein müssen. Nutensteine und Schrauben für Nut 8 sind dagegen rasterübergreifend einsetzbar.

Kombination mit dem 40er Raster

Da beide Baureihen dieselbe Nutgröße und dieselbe Nutform des I-Typs verwenden, lassen sich Profile aus dem 30er und dem 40er Raster über Nutensteine und passende Verbinderplatten miteinander kombinieren. Damit können tragende Hauptstrukturen im größeren Raster und untergeordnete Anbauten im kompakteren Raster ausgeführt werden.

Abgrenzung zu anderen Profiltypen

Nutensteine und Verbindungselemente sind zwischen I-Typ, B-Typ und M-Typ nicht austauschbar, da sich die Nutgeometrien unterscheiden. Der Profiltyp sollte daher zu Projektbeginn festgelegt werden.

Anschlusskomponenten

Die Kernlochbohrung ist auf M8 ausgelegt. Für Anbauten an die Nut kommen üblicherweise Schrauben nach DIN 912 oder ISO 7380-2 in Verbindung mit Nutensteinen zum Einsatz.

Montage und Handhabung

Ablängen und Bearbeiten

Die Profile lassen sich mit Aluminium-Kreissägeblättern rechtwinklig ablängen. Für eine spielfreie stirnseitige Verschraubung ist ein möglichst rechtwinkliger und gratfreier Schnitt entscheidend, da die Stirnfläche die Kraft überträgt. Bohrungen, Gewinde und Fräsungen sind mit üblichen Werkzeugen für Aluminium herstellbar; Schnittstellen sollten anschließend entgratet werden.

Verbindungsarten

  • Stirnseitige Direktverschraubung: Gewinde M8 in die Kernlochbohrung schneiden, Schraube durch eine Durchgangsbohrung im Gegenprofil führen – platzsparend und ohne sichtbare Anbauteile.
  • Winkelverbinder: Über Nutensteine in beiden Profilen verschraubt; einfach zu justieren und nachträglich lösbar.
  • Automatikverbinder: Im Profilinneren liegend, äußerlich nahezu unsichtbar, für rechtwinklige Stöße.

Praxishinweise

  • Nutensteine für spätere Anbauteile bereits beim Rahmenaufbau in ausreichender Zahl einschieben – ein späteres Nachrüsten erfordert sonst Einschwenkmuttern mit geringerer Belastbarkeit oder eine Teildemontage.
  • Bei kompakten Querschnitten ist der Platz für Werkzeuge begrenzt; Innensechskantschlüssel mit Kugelkopf erleichtern die Montage an schwer zugänglichen Stellen.
  • Schrauben über Kreuz und gleichmäßig anziehen, um den Rahmen spannungsfrei auszurichten.
  • Anzugsmomente moderat wählen: Zu hohe Momente können die Nutflanken aufweiten.
  • Die Rechtwinkligkeit vor dem endgültigen Festziehen prüfen; die Nuten erlauben eine stufenlose Feinjustage in Längsrichtung.
  • Sichtflächen während der Montage schützen – die Eloxalschicht ist hart, aber nicht unempfindlich gegen punktuelle Schläge.

Wartung und Lebensdauer

Das System ist im bestimmungsgemäßen Einsatz wartungsarm. Die eloxierte Oberfläche benötigt keine Nachbehandlung und altert bei sachgerechter Pflege über Jahrzehnte ohne nennenswerten Qualitätsverlust.

Reinigung

  • Klares Wasser mit mildem Reinigungsmittel und weichem Tuch genügt in der Regel.
  • Scheuernde Schwämme sowie stark säure- oder laugenhaltige Reiniger sind zu vermeiden, da sie die Oxidschicht angreifen.
  • In staubigen oder mit Kühlschmierstoff belasteten Umgebungen sind kürzere Reinigungsintervalle sinnvoll, damit sich keine Ablagerungen in den Nuten festsetzen.

Wiederkehrende Prüfungen

  • Bei Konstruktionen mit Schwingungsbelastung sollten Schraubverbindungen in regelmäßigen Abständen auf festen Sitz kontrolliert werden.
  • Bei sicherheitsrelevanten Aufbauten empfiehlt sich eine Sicherung der Verschraubungen, etwa durch Schraubensicherungsmittel oder Sicherungselemente.

Lebensdauer und Wiederverwendung

Da die Verbindungen lösbar ausgeführt sind, können Profile nach dem Rückbau einer Konstruktion in neuen Aufbauten weiterverwendet werden. Beschädigte Eloxalstellen lassen sich nicht punktuell reparieren; sie beeinträchtigen die Tragfähigkeit jedoch nicht. Am Ende der Nutzungsdauer ist der Werkstoff vollständig dem Aluminiumrecycling zuführbar.


Produktsicherheit:


Dr. Ing. Tobias Meisch
www.cnc-zubehoer.eu
Pfarrgartenstr. 9
73457 Essingen
Deutschland
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