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Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN - MGN09HZ1HM

Produktinformationen "Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN - MGN09HZ1HM"

Produktübersicht

Der Laufwagen MGN gehört zur MG-Baureihe von Hiwin — den Miniaturführungen des Herstellers — in der schmalen Bauform. Er umschließt die zugehörige Profilschiene und läuft auf ihr über umlaufende Kugeln, die zwischen den gehärteten Laufbahnen abrollen und im Wagen im Kreislauf zurückgeführt werden. Wagen und Schiene bilden ein System: Erst zusammen ergeben sie eine geführte, geradlinige Bewegung.

Die Kugeln laufen in zwei Reihen in einem gotischen Laufbahnprofil. Jede Kugel berührt die Laufbahn an vier Stellen — daraus nimmt schon eine einzelne Reihe Last aus allen vier Richtungen auf: Druck von oben, Zug nach oben und seitliche Kräfte, dazu Momente um alle drei Achsen. Der Wagen hält den Schlitten also auch dann, wenn die Last von unten zieht.

Von allen Miniaturführungen ist diese die verbreitetste — wo im Eigenbau von „MGN" die Rede ist, ist sie gemeint.

MGN oder MGW — welche Bauform?

Die Miniaturbaureihe hat zwei Bauformen. Der Unterschied ist die Breite, und damit vor allem, wie viel Moment die Achse verträgt:

  • MGN — die schmale Bauform: die Voreinstellung, solange der Bauraum eng ist und die Last mittig über dem Wagen sitzt. Was ein einzelner schmaler Wagen an Kippmoment nicht hält, fangen zwei Wagen auf einer Schiene oder zwei parallele Achsen ab.
  • MGW — die breite Bauform: breitere Schiene, breiterer Wagen. Der größere Abstand der Kugelreihen macht die Achse kippsteifer — die Wahl, wenn die Last auskragt. Sie führen wir als eigenen Artikel.

Die beiden sind nicht austauschbar. Ein MGN-Wagen läuft nur auf einer MGN-Schiene, ein MGW-Wagen nur auf einer MGW-Schiene — auch bei gleicher Größenzahl. Die Zahl in der Bezeichnung nennt die Breite der Schiene, nicht die des Wagens.

Kurz oder lang

Zu jeder Baugröße gibt es den Wagen in zwei Längen — die wichtigste Entscheidung nach der Baugröße, und eine leichte, weil sich sonst nichts ändert: Bauhöhe, Breite und Bohrbild bleiben innerhalb einer Baugröße gleich, nur der Wagen wird länger.

  • C — die Standardlänge (zum Beispiel MGN12C). Die übliche Wahl, wenn nichts dagegen spricht.
  • H — der lange Wagen (zum Beispiel MGN12H). Er hat mehr Kugeln im Eingriff, trägt mehr, ist steifer und hält vor allem größere Momente aus.
  • Verfahrweg: Vom nutzbaren Weg geht die Länge des Wagens ab — bei einer kurzen Schiene bleibt sonst weniger Hub übrig als gedacht.

Der Buchstabe hinter der Baugröße ist also die Länge, nicht die Breite. Welche Baugrößen und Längen lieferbar sind, steht in der Auswahl.

Vorspannung — die Angabe hinter der Länge

Wie leichtgängig und wie steif eine Führung läuft, entscheidet die Vorspannung. Sie stellt sich über den Durchmesser der Kugeln zwischen Wagen und Schiene ein; zwischen spielbehaftet und spielfrei liegen bei einer Miniaturführung wenige Tausendstel Millimeter. Die Klasse steht als Kennung am Ende der vollständigen Bezeichnung — bei dieser Baureihe die Angabe, die auf die Wagenlänge folgt.

  • Leichtes Spiel läuft weich und verzeiht kleine Fluchtungsfehler, führt aber weniger genau. Sinnvoll, wo zwei Achsen mechanisch gegeneinander arbeiten oder die Anschlussfläche nicht perfekt ist.
  • Vorspannung macht die Achse steif und spielfrei, erhöht dafür den Verschiebewiderstand und verlangt eine saubere, ebene Anschlussfläche. Je höher die Klasse, desto ausgeprägter beides.

Unsere MGN-Wagen sind Z0 — ohne Vorspannung, also mit dem leichten Spiel aus dem ersten Punkt. In einzelnen Baugrößen und Längen führen wir daneben vorgespannte Ausführungen; die tragen ihre Klasse am Ende der Bezeichnung, zum Beispiel MGN12HZ1. Steht dort keine solche Kennung, ist der Wagen Z0. Andere Vorspannungs- und Genauigkeitsklassen liefern wir auf Anfrage.

Für eine besonders genaue Achse werden Schiene und Wagen gepaart, statt beliebig kombiniert. Wagen und Schienen führen wir einzeln, jedes Teil für sich; aufeinander abgestimmte Sätze aus Schiene und Wagen liefern wir auf Anfrage. Passende Präzisionsstahlkugeln in fein gestuften Durchmessern führen wir im Sortiment; damit lässt sich die Vorspannung gezielt einstellen oder ein Wagen wieder auffüllen. Der Ratgeber „Paarung von Schienen und Laufwagen" erklärt, wie das gemacht wird.

Die Angaben beschreiben die Baureihe und sind Richtwerte, keine zugesicherten Eigenschaften. Tragzahlen, Genauigkeits- und Vorspannklassen gelten für die jeweilige, vollständig bezeichnete Ausführung. Die Auslegung der Achse — Lasten, Momente, Lebensdauer und die Frage, ob eine Führung für den vorgesehenen Zweck taugt — liegt beim Konstrukteur der Maschine, dort, wo Lastfall und Einbausituation bekannt sind. Angaben ohne Gewähr.

Die passende Schiene

Der wichtigste Punkt bei der Bestellung: Ein Laufwagen ist ohne die dazu passende Profilschiene nicht verwendbar. Welche Schiene zu welchem Wagen gehört, steht weiter unten auf dieser Seite unter „Kompatible Produkte"; die Profilschienen MGNR führen wir als eigenen Artikel. Längen darüber hinaus liefern wir auf Anfrage, abgelängt nach Ihrem Maß — nennen Sie uns dazu die Bezeichnung des Wagens und die gewünschte Länge.

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Führung in Ihrer Maschine liegt: Die vollständige Bezeichnung ist auf Wagen und Schiene eingeprägt — lesen Sie sie vor der Bestellung ab.

Handhabung — der eine Fehler, der teuer wird

Der einzeln gelieferte Laufwagen sitzt ab Werk auf einer Hilfsschiene aus Kunststoff, die den Kugelsatz zusammenhält. Wird er ohne diese Hilfe heruntergeschoben, fallen die Kugeln heraus — und ein Wagen ohne vollständigen Kugelsatz führt nicht mehr. Bei der schmalen Bauform sind die Kugeln so klein, dass sie in der Werkstatt schlicht verschwinden. Das ist der häufigste Schaden an neuen Führungen, und er passiert in Sekunden.

  • Die Hilfsschiene bündig an das Ende der Profilschiene setzen und den Wagen ohne Absatz hinüberschieben.
  • Die Hilfsschiene aufheben — sie wird bei jedem Aus- und Einbau wieder gebraucht.
  • Die Schiene erst vollständig verschrauben, dann den Wagen aufschieben. Auf einer losen oder verspannten Schiene klemmt er.
  • Wo der Schlitten über das Schienenende hinauslaufen könnte, gehört ein Anschlag an die Konstruktion — im Betrieb wie beim Einrichten von Hand.
  • Ist es doch passiert, ist der Wagen nicht verloren: Die Kugeln lassen sich mit passendem Durchmesser neu einsetzen — dafür führen wir sie einzeln.

Anbauteile — kurze Schrauben

Der Schlitten wird von oben auf den Wagen geschraubt, durch die Gewindebohrungen in seiner Deckfläche. Bohrbild, Gewindegröße und die zulässige Einschraubtiefe stehen in den technischen Daten der jeweiligen Ausführung — und die Einschraubtiefe ist hier keine Formalie:

  • Eine zu lange Schraube stößt innen an die Kugelbahn und macht den Wagen unbrauchbar. Bei den kleinen Baugrößen liegt zwischen Gewindegrund und Laufbahn sehr wenig Material. Im Zweifel die Schraube kürzen oder mit einer Unterlage arbeiten.
  • Die Gewinde sind fein und sitzen in gehärtetem Stahl. Überdreht ist ein Gewinde am Wagen nicht mehr zu reparieren.
  • Der Schlitten sollte plan aufliegen. Verspannt eingebaut, überträgt sich die Verformung auf die Laufbahnen.

Schmierung, Sauberkeit und Wartung

Eine Wälzführung lebt von ihrem Schmierstoff. Er trennt Kugel und Laufbahn und verdrängt Feuchtigkeit; trocken laufende Führungen verlieren zuerst ihre Genauigkeit und dann die Laufbahn. Bei einer Miniaturführung geht es dabei um sehr kleine Mengen — Fett gehört dünn auf die Laufbahn, nicht in Mengen in den Wagen gedrückt. Näheres im Ratgeber „Lager richtig schmieren".

  • Die Schmierstelle sitzt an der Stirnseite des Wagens. Bei den kleinen Baugrößen ist sie eine blanke Bohrung, erst bei der größten ein Gewinde für einen Schmiernippel; die Maße stehen in den technischen Daten.
  • Nachschmieren, während der Wagen verfährt — so verteilt sich der Schmierstoff über beide Kugelreihen.
  • Die Abstreifer am Wagen halten Staub zurück, aber sie sind die letzte Instanz, nicht die erste. Wo Schleif-, Holz- oder Druckerstaub anfällt, gehört zusätzlich eine Abdeckung über die Schiene — Verschmutzung ist der eigentliche Verschleißtreiber, nicht die Laufleistung.
  • Der Verschiebewiderstand ist bei einer neuen Führung anfangs höher und nimmt nach einer kurzen Einlaufstrecke ab. Das ist normal und kein Mangel.

Anwendungsbereiche

  • 3D-Drucker im Eigenbau und Umbauten auf Linearführung
  • kleine Fräsen, Laser- und Schneidplotter
  • Labor-, Analyse- und Dosiertechnik
  • Mess-, Prüf- und Justiervorrichtungen auf engem Bauraum
  • Kamera-, Optik- und Beleuchtungsschlitten
  • Handhabungs- und Zuführtechnik, Sondermaschinenbau
  • Ersatz für verschlissene Miniaturführungen in bestehenden Geräten
Weiterführende Informationen
Paarung von Schienen und Laufwagen
Dieser Ratgeber erklärt, wie die Vorspannung über den Kugeldurchmesser eingestellt wird und warum Schiene und Wagen für eine besonders steife Achse aufeinander abgestimmt werden. Abgestimmte Sätze liefern wir auf Anfrage.

Lager richtig schmieren – Der Praxisratgeber für Öl, Fett und lange Lebensdauer
Der Ratgeber erklärt, warum die richtige Schmierung für die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit von Lagern entscheidend ist und wann Öl oder Fett die bessere Wahl ist. Außerdem erfahren Sie, wie Lager richtig nachgeschmiert werden, welche Schmierfehler vermieden werden sollten und wie eine regelmäßige Wartung Ausfälle verhindert.

Profilschienenführungen vorgestellt
Dieser Ratgeber informiert über die Vorteile von Profilschienenführungen im Vergleich zu anderen Linearführungen, insbesondere hinsichtlich Präzision, Steifigkeit, Langlebigkeit und Vielseitigkeit. Durch ihre robuste Konstruktion und hohe Genauigkeit sind sie ideal für industrielle Anwendungen, die eine zuverlässige und präzise Bewegung erfordern.
Technische Zeichnungen / Daten
Hiwin MGN carriage profile rail linear motion system CNC machine

  H H1 H1 N W B B1 C L1 L G Gn M l H2 Masse
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN05C
6 1,5 3,5 12 8 2 9,6 16 ø0,8 M2 1,5 1 0,008 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN05H
6 1,5 3,5 12 8 2 - 12,6 19 ø0,8 M2 1,5 1 0,01 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN, MGN07C
8 1,5 5 17 12 2,5 8 13,5 22,5 ø1,2 M2 2,5 1,5 0,01 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN, MGN07H
8 1,5 5 17 12 2,5 13 21,8 30,8 ø1,2 M2 2,5 1,5 0,02 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN, MGN09C
10 2 5,5 20 15 2,5 10 18,9 28,9 ø1,4 M3 3 1,8 0,02 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN, MGN09H
10 2 5,5 20 15 2,5 16 29,9 39,9 ø1,4 M3 3 1,8 0,03 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN, MGN12C
13 3 2 7,5 27 20 3,5 15 21,7 34,7 ø2 M3 3,5 2,5 0,03 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN, MGN12H
13 3 2 7,5 27 20 3,5 20 32,4 45,4 ø2 M3 3,5 2,5 0,05 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN, MGN15C
16 4 3 8,5 32 25 3,5 20 26,7 42,1 4,5 M3 M3 4 3 0,06 kg
Hiwin Miniatur-Laufwagen MGN, MGN15H
16 4 3 8,5 32 25 3,5 25 43,4 58,8 4,5 M3 M3 4 3 0,09 kg

Kompatible Produkte

Ein „x" zeigt, zu welcher Variante dieses Produkts das jeweilige Zubehör passt:

  PF.HW.MGN05CPF.HW.MGN05HPF.HW.MGN07CPF.HW.MGN07HPF.HW.MGN07HZ1PF.HW.MGN09CPF.HW.MGN09HPF.HW.MGN09HZ1PF.HW.MGN12CPF.HW.MGN12CZ1PF.HW.MGN12HPF.HW.MGN12HZ1PF.HW.MGN12HZFPF.HW.MGN15CPF.HW.MGN15H
Hiwin Profilschiene MGNR, MGNR05R (PF.HW.MGNR05R) xx
Hiwin Profilschiene MGNR, MGNR07R (PF.HW.MGNR07R) xxx
Hiwin Profilschiene MGNR, MGNR09R (PF.HW.MGNR09R) xxx
Hiwin Profilschiene MGNR, MGNR12R (PF.HW.MGNR12R) xxxxx
Hiwin Profilschiene MGNR, MGNR15R (PF.HW.MGNR15R) xx
Häufig gestellte Fragen
» Warum sind diese Kugeln für Profilschienenführungen besonders geeignet?
Die Kugeln ermöglichen eine gleichmäßige Lastaufnahme und minimale Reibung, wodurch ein reproduzierbarer, exakter Lauf erreicht wird. Die enge Toleranz und die hochwertige Oberflächenbearbeitung verhindern unerwünschtes Spiel oder Stick-Slip-Effekte. Dadurch wird die Lebensdauer von Führungssystemen verlängert, und die Präzision der Bewegungen bleibt über die gesamte Einsatzdauer erhalten.

» Welche Linearschienen sind kompatibel mit Hiwin MGN Laufwagen?
Ein Hiwin MGN-Laufwagen läuft auf der Hiwin Miniaturschiene MGNR derselben Baugröße: MGN07 auf MGNR07, MGN12 auf MGNR12 und so weiter. Die beiden Miniaturbaureihen sind untereinander nicht austauschbar: Die MGWR ist bei gleicher Baugröße die breitere Schiene, ein MGN-Wagen passt darauf nicht — und umgekehrt. Innerhalb der Baureihe dagegen ändert weder die Wagenlänge noch die Vorspannung etwas an der Schiene: Die kurze Ausführung C und die lange H laufen auf derselben MGNR, und ein vorgespannter Wagen braucht keine besondere Schiene, weil die Vorspannung über den Durchmesser der Kugeln eingestellt wird. Schienen anderer Hersteller passen allenfalls im Einzelfall und sind vorher auf Maß und Toleranzen zu prüfen. Ein Laufwagen ist ohne die passende Schiene nicht verwendbar; die MGNR-Schienen führen wir als eigenen Artikel, weitere Längen — auch abgelängt nach Ihrem Maß — liefern wir auf Anfrage.

» Wie wird ein Hiwin Laufwagen montiert?
Der Wagen sitzt ab Werk auf einer Hilfsschiene aus Kunststoff, oft Dummyschiene genannt, die den Kugelsatz zusammenhält. Schieben Sie ihn niemals ohne diese Hilfe herunter: Die Kugeln fallen dabei heraus, und ohne vollständigen Kugelsatz führt der Wagen nicht mehr. Das ist der häufigste Schaden an neuen Führungen, und er passiert in Sekunden. Gehen Sie deshalb in dieser Reihenfolge vor:
  • Verschrauben Sie zuerst die Profilschiene vollständig. Auf einer noch losen oder verspannten Schiene klemmt der Wagen.
  • Setzen Sie die Hilfsschiene bis zum Anschlag an die Profilschiene und schieben Sie den Wagen ohne Absatz hinüber.
  • Heben Sie die Hilfsschiene auf. Sie brauchen sie bei jedem weiteren Aus- und Einbau wieder.
  • Ihre Anbauteile verschrauben Sie anschließend über die Gewindebohrungen am Wagen, bei den Flanschausführungen über die Bohrungen im Flansch.
Achten Sie dabei auf eine saubere, ebene Anschlussfläche. Eine Profilschienenführung gibt Unebenheiten des Untergrunds an ihre Laufbahnen weiter; ein verspannt verschraubter Aufbau läuft schwer und verschleißt schneller. Sind die Kugeln doch einmal herausgefallen, ist der Wagen nicht verloren: Er lässt sich mit Kugeln des passenden Durchmessers wieder auffüllen — genau dafür führen wir Präzisionsstahlkugeln einzeln.

» Welche Lastklassen und Vorspannungen gibt es?
Es stehen die Lastklassen C (mittlere Last) und H (hohe Last) zur Auswahl. Zudem gibt es verschiedene Vorspannungsgrade: Z0 (spielfrei, sehr leicht), Z1 (leichte Vorspannung) und ZF (leichtes Spiel)

» Wie werden Präzisionsstahlkugeln montiert und gewartet?
Die Montage erfordert saubere Arbeitsbedingungen, geeignete Werkzeuge und eine Prüfung der Kugeln auf Beschädigungen. Laufbahnen sollten gründlich gereinigt werden, und die Handhabung erfolgt idealerweise mit nicht-magnetischen Werkzeugen, um die Oberfläche nicht zu beschädigen. Bei Kugelumlaufeinheiten ist auf die korrekte Anzahl und gleichmäßige Verteilung der Kugeln zu achten, und Montagefett erleichtert die Positionierung sowie den Korrosionsschutz. Die Lebensdauer hängt stark von regelmäßiger Schmierung, den Betriebsbedingungen und der Überwachung auf Geräusche, Temperatur oder Spielzunahme ab.

» Ist die Profilschiene beim Laufwagen dabei?
Sie bestellen hier einen einzelnen Laufwagen, Verkaufseinheit ein Stück. Die Profilschiene gehört nicht zum Lieferumfang, sie ist ein eigener Artikel. Geliefert wird der Wagen auf einer Hilfsschiene aus Kunststoff. Die hält nur den Kugelsatz zusammen, solange der Wagen keine Schiene hat — sie ist keine Laufschiene und trägt nichts. Bei der Montage schieben Sie den Wagen von ihr direkt auf die fertig verschraubte Profilschiene; verlässt er beide, fallen die Kugeln heraus. Welche Schiene zu diesem Wagen gehört, steht auf dieser Seite unter „Kompatible Produkte". Am Lager führen wir sie nicht zu jeder Baugröße:
  • HG-Baureihe: die HGR derselben Baugröße, im Shop bis Baugröße 30. Die größeren Baugrößen liefern wir auf Anfrage.
  • Miniaturbaureihen: die MGNR beziehungsweise die MGWR derselben Baugröße. Zu den beiden kleinsten MGW-Wagen gibt es keine Schiene im Shop.
  • EG-Baureihe: die EGR derselben Baugröße — die führen wir nicht am Lager, sie steht deshalb nicht als Artikel im Shop.
Die Schienen verkaufen wir im Raster von 100 mm; die gewünschte Fertiglänge nennen Sie uns zur Bestellung, wir längen ab. Was nicht am Lager liegt, liefern wir auf Anfrage — ebenso aufeinander abgestimmte Sätze aus Schiene und Wagen.

» Aus welchem Material bestehen die Hiwin Laufwagen?
Der tragende Teil eines Laufwagens ist immer gehärteter Stahl. Welcher es ist, hängt von der Baureihe ab, und dieser Unterschied wiegt für Ihre Auswahl schwerer, als er zunächst klingt:
  • Die Standardbaureihen HG und EG bestehen aus Wälzlagerstahl. Er ist hart und hoch tragfähig, aber nicht korrosionsbeständig; vor Feuchtigkeit schützt ihn allein der Schmierfilm.
  • Die Miniaturbaureihen MGN und MGW bestehen serienmäßig aus korrosionsbeständigem martensitischem Stahl. Sie sind damit von Haus aus für feuchte oder chemisch belastete Umgebungen geeignet — ein Grund, sie auch dort in Betracht zu ziehen, wo die kleine Baugröße gar nicht zwingend wäre.
Die zugehörigen Profilschienen bestehen aus demselben Werkstoff wie die Wagen der jeweiligen Baureihe. In beiden Fällen sind die Laufbahnen gehärtet und geschliffen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Kugeln über lange Zeit darauf abrollen können, ohne die Oberfläche auszuwaschen: Eine weiche oder raue Laufbahn verliert ihre Form und mit ihr die Genauigkeit der Achse. Endkappen und Dichtungen sind aus Kunststoff. Die Endkappen lenken die Kugeln am Ende der tragenden Strecke um und führen sie im Wagen zurück, die Dichtungen streifen Staub und Späne ab, bevor sie auf die Laufbahn gelangen. Für höhere Temperaturen gibt es dafür Ausführungen mit hitzebeständigen Dichtungen und Umlenkung aus Metall. Ausführungen, die von diesem Standard abweichen — korrosionsbeständige Wagen der großen Baureihen etwa oder die Varianten für höhere Temperaturen — liefern wir Ihnen auf Anfrage: Das Hiwin-Programm können wir vollständig beschaffen. Die Angaben beschreiben die Baureihen und sind Richtwerte, keine zugesicherten Eigenschaften. Angaben ohne Gewähr.

» Was macht Hiwin Laufwagen so präzise?
Ein Laufwagen läuft nicht auf einer Fläche, sondern auf gehärteten Laufbahnen, die im gotischen Bogen geschliffen sind: Jede Kugel berührt ihre Laufbahn an zwei Punkten statt auf einer Fläche. Über die Kugelreihen verteilt ergeben sich vier Kontaktlinien, die unter 45° zueinander stehen — der Wagen nimmt Lasten von oben, von unten und aus beiden Seitenrichtungen auf und kann in keiner Richtung ausweichen. Das, und nicht die Feinheit einer einzelnen Fläche, ist der Grund für die Führungsgenauigkeit. Dazu kommt, dass die Kugeln rollen statt zu gleiten. Bei einer Gleitführung ist die Kraft zum Losbrechen deutlich höher als die zum Weiterfahren; die Achse ruckt beim Anfahren und trifft kleine Schritte nicht zuverlässig. Beim Kugelumlauf liegen Losbrech- und Verfahrkraft dicht beieinander, deshalb sind auch kleine Zustellungen wiederholbar. Wie genau ein bestimmter Wagen ist, sagen zwei Angaben:
  • Die Genauigkeitsklasse legt fest, wie eng Höhe und Seitenmaß über die Schiene hinweg eingehalten werden. Darauf kommt es an, wenn zwei Wagen eine Achse gemeinsam tragen oder wenn später einer getauscht wird, ohne die Achse neu auszurichten. Die Wagen der HG-Baureihen führen wir in der Klasse H (hoch).
  • Die Vorspannungsklasse sagt, ob der Wagen mit leichtem Spiel oder spielfrei läuft. Die Wagen der HG-Baureihen führen wir in Z0, also ohne Vorspannung: leichtgängig und für die meisten Anwendungen ausreichend, aber nicht spielfrei. Bei den Miniaturbaureihen gibt es daneben vorgespannte Ausführungen — die Klasse steht dann am Ende der Artikelnummer. Weitere Klassen liefern wir auf Anfrage.
Was die Führung selbst nicht ausgleichen kann, ist der Untergrund. Die Schiene nimmt die Form ihrer Anschlussfläche an, und der Wagen fährt sie mit — auf einer unebenen oder verspannt verschraubten Fläche nützt auch der genaueste Wagen wenig. Die Angaben beschreiben die Baureihen und sind Richtwerte, keine zugesicherten Eigenschaften. Angaben ohne Gewähr.

» Kann man einen Hiwin Laufwagen nachschmieren?
Ja. Jeder Wagen hat dafür eine Schmierstelle, über die Sie den Schmierstoff ergänzen oder erneuern. Planen Sie den Zugang dazu schon in der Konstruktion ein, denn der Anschluss muss auch nach dem Einbau erreichbar bleiben — sonst lässt sich die Führung im laufenden Betrieb nicht mehr versorgen. Schmieren Sie nach, während der Wagen ein Stück verfährt. Nur so verteilt sich der Schmierstoff über alle Kugelreihen. Fett ist im Maschinenbau der Regelfall, Öl die Wahl bei hohen Geschwindigkeiten oder bei Zentralschmierung. Wie oft nachzuschmieren ist, hängt von Last, Geschwindigkeit, Temperatur und Verschmutzung ab und lässt sich nicht allgemein angeben. Sparen Sie dabei aber nicht: Der Schmierstoff trennt Kugel und Laufbahn und verdrängt Feuchtigkeit. Eine trocken laufende Führung verliert zuerst ihre Genauigkeit und dann die Laufbahn — ein Schaden, den kein Nachschmieren mehr behebt. Der eigentliche Verschleißtreiber sind Späne, Schleifstaub und Kühlmittelnebel. Wo sie anfallen, gehört eine Abdeckung über die Schiene; die Dichtlippen am Wagen allein halten sie auf Dauer nicht ab.

» Für welche Anwendungen eignen sich MGN-Laufwagen?
Die MGN-Wagen sind die schmalste Bauform im Programm — schmale Schiene, schmaler Wagen, zwei Kugelreihen. Sie sind für kleine, leichte Achsen gedacht, bei denen der Platz und nicht die Last die Grenze setzt: Druck- und Auftragsköpfe, 3D-Drucker, Labor- und Messgeräte, Kameraschlitten, kleine Handhabungsachsen, Baugruppen im Gerätebau. Was Sie bei der schmalen Bauform mit einplanen sollten, ist das Kippmoment. Je weiter Ihr Anbau seitlich über die Schiene hinausragt, desto stärker wirkt er als Hebel um die Schienenachse — und dagegen kann eine schmale Führung wenig ausrichten. Sitzt die Last mittig über der Schiene, spielt das keine Rolle. Sonst führen zwei parallele MGN-Schienen oder eine breitere MGW-Schiene die Achse ruhiger.

» Welche Vorteile bietet die Kugellauftechnik?
Kugelumlauftechnik — Kugeln, die zwischen gehärteten Laufbahnen abrollen und im Bauteil zurückgeführt werden — bietet mehrere Vorteile:
  • Geringe Reibung: Minimiert Energieverbrauch und Verschleiß
  • Hohe Laufruhe: Vibrationsarme Bewegungen auch bei hohen Geschwindigkeiten
  • Gleichmäßige Lastverteilung: Durch spezielle Anordnung der Kugellaufbahnen
  • Lange Lebensdauer: Dank hochwertiger Materialien und optimierter Konstruktion



Produktsicherheit:


HIWIN GmbH
Brücklesbünd 1
77654 Offenburg
Deutschland

Mail: info@hiwin.de
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